Veröffentlichungen - Autorin Dorothee Sargon

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Veröffentlichungen

Zum Frühlings Erwachen haben 40 Autoren der Facebookgruppe „Wort Werk“

"Frühling der Hoffnung" ist meine Geschichte.

Zum Frühlings Erwachen haben 40 Autoren der Facebookgruppe „Wort Werk“ ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und u.a. Lyrisches, Fantastisches, Kriminelles, Tierisches, Historisches, Märchenhaftes sowie Autobiografisches zu Papier gebracht. Dieses Gemeinschaftswerk enthält außerdem zwei Illustrationen, die der bulgarische Künstler Veselin Zidarov eigens für dieses Buch gezeichnet hat. Erwähnenswert ist noch, dass der Erlös dem Verein Nestwärme e.V. zugute kommt.

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Nun ist es da, das Stöberbuch

Autorinnen und Autoren der Facebook-Gruppe
„Portal für Autoren, Leser, Blogger, Grafiker“

Nun ist es da, das Stöberbuch! Autoren stellen sich und ihre Werke mit Leseproben vor. Ich bin auch dabei und freue mich über dieses gelungene Werk. Viel Spaß beim Stöbern!


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Gedanken zur Weihnachtszeit bei Amazon

Dauerhafte Spendenaktion für den Verein "Herzlicht"

Gedanken zur Weihnachtszeit. Diese Anthologie ist ein Projekt von Mitgliedern der Facebook-Gruppe "Portal für Autoren, Leser, Blogger, Grafiker", um den Verein zu fördern.

Auch als ebook für 4,99 Euro bei Amazon zu bestellen. Mit diesem Buch möchte die"Gruppe Portal für Autoren...." hilfsbedürftige Kinder dauerhaft unterstützen.

Gedanken zur Weihnachtszeit
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Endlich ist das erste Buch "Hände reichen" erschienen, an dem ich auch beteiligt bin.
Weitere 24 Autoren und ich präsentieren ihre Gedichte.
Mein Beitrag: "Wie definiert man Glück?"



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Auf den Wogen des Lebens (Anthologie) Geschichten, die das Leben schrieb.
Eine Autorenvorstellung des Verlages. Meine Geschichte: „Ein Wochenende mit dem Smart“ 



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Die Brentano-Gesellschaft Frankfurt/M. hat in das Jahrbuch für das neue Gedicht 2011 mein Gedicht "Wie definiert man Glück?" aufgenommen.
Ich freue mich sehr über diese Veröffentlichung, denn wenn man bedenkt, dass die Frankfurter Bibliothek weltweit ausgestellt wird, ist es ein guter Erfolg.




Wie definiert man Glück?

Der eine meint: "Gesundheit, das ist Glück"
und blickt auf viele Jahre Wohlergehen zurück.
Kleine Zipperlein nimmt er erst gar nicht wahr,
drum ist er glücklich und zufrieden Jahr für Jahr.

Ein anderer sagt: "Das ist doch Quatsch",
so formuliert er diesen Satz:
"Ich brauche Geld, und zwar ganz viel,
das Leben wird ein sorgenfreies Spiel.
Und blicke ich dereinst zurück,
bin ich zufrieden - das ist Glück."

Eine Mutter sieht ihr Kind versonnen an und meint,
auch wenn es manchmal nicht so scheint:
"Die Entwicklung zu erleben ist das größte Glück
und lächelt wissend mit entrücktem Blick.

 © Dorothee Sargon

Die Kurzgeschichte "Glück" erschien in der Anthologie "Neue Literatur, Frühjahr 2011"
des August von Goethe Literaturverlags, rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse.
Ich freue mich sehr, dass meine Geschichte angenommen wurde und die Anthologie weltweites Interesse findet.




Glück


Hildoro ist, meint sie jedenfalls, eine gute Mutter, auch wenn sie zwei Berufe ausübt und nur wenig Zeit für Haushalt und Betreuung ihres Sohnes hat.
Aber so intensive Betreuung braucht er auch nicht mehr mit seinen 14 Jahren.  
Übrigens, die Aufgaben im Haus  sind gut verteilt; Mutter kocht das Essen und wäscht die Wäsche, Papa ist für das Einkaufen und fürs Grobe zuständig, und Sohnemann betätigt sich, je nach Notwendigkeit, als Staubsaugerpilot.
Neben der  Schule hat er noch die Aufgabe, die Küche in einem Zustand zu halten, dass seine Mutter Essen vorbereiten und kochen kann. Das bedeutet im Klartext, herumstehendes Geschirr in die Spülmaschine zu räumen, die Maschine gegebenenfalls anzustellen, später wieder auszuräumen und alles an seinen Platz zu räumen. Ach ja, ganz wichtig, noch jeden Tag den Müll zu entsorgen. Denn, wie gesagt, ihre Zeit ist knapp, deshalb hat sie alles gut organisiert und delegiert.  
Jeden Morgen klingelt der Wecker um fünf Uhr dreißig für sie. Mann und Kind sind selbstständig, beginnen den Tag zu ihren Terminen rechtzeitig und bereiten sich ihr Frühstück selbst. Um sieben Uhr sitzt sie im Büro, schreibt Briefe, macht Besuchstermine für ihren Chef und all die Dinge, die in einem Büro anfallen. Nach sechs Stunden düst sie nach Hause, dann ist es ca. 13:30 Uhr. Da sie immer unter Zeitdruck ist, kommt es schon mal vor, dass Tickets wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen ins Haus flattern. Es sind aber niemals mehr als zehn Stundenkilometer zu schnell.  
Um vierzehn Uhr steht der erste Kunde vor der Tür, denn nebenberuflich ist sie Kosmetikerin mit Leib und Seele und manchmal dauern die Termine fast bis Mitternacht, da die meisten Kunden auch berufstätig sind und erst am frühen Abend oder später kommen können.
Sie hat sich ein entzückendes Studio im Dachgeschoß eingerichtet: Zwei Behandlungsräume und eine gemütliche Sitzecke. Hier serviert sie immer zum Empfang einen Espresso, damit die Kunden erst einmal zur Ruhe kommen können. Danach wird behandelt; mal Gesichtsbehandlung, mal Fußpflege, mal Maniküre, mal Rückenmassage, mal Ganzkörpermassage, mal Farb- und Stilberatung.
Samstag ist der Tag der persönlichen Entfaltung. Jeder in der kleinen Familie macht das, was er gerne möchte. Abends treffen sie  sich dann zum gemeinsamen Abendessen.
Fangen wir beim Familienoberhaupt an: Für ihn ist es wichtig, dass er sich auf sein Rennrad schwingen kann und mindestens seine
Zwanzig Kilometer absolviert. Manchmal, je nach Laune, geht er laufen. Im Stadtwald gibt es einen wunderschönen Rundweg, aber um ihn zu umrunden, braucht man mindestens drei Stunden. Sie wollte das natürlich auch gern mit ihm machen, aber Laufen ist nicht ihre Stärke. Nach drei Kilometern gibt sie auf. Früher liebte sie Geräteturnen und Turmspringen, aber das ist schon lange vorbei.
Für ihn ist es ein optimaler Ausgleich für eine harte Arbeitswoche.
Sohnemann liebt das Kickboxen. Nach Judo und Karate ist es die einzige Sportart, die er mag. Viele Stunden trainiert er an den Samstagen.  
Deshalb hat sie auch kein schlechtes Gewissen, wenn sie am Samstag gegen dreizehn Uhr dreißig ihre Saunatasche packt. Schließlich wartet ihre Freundin schon auf sie in einem bestimmten Hotel. Mit dem Auto kann sie es in 10 Minuten erreichen. Sauna und Poolbereich sind ein Geheimtipp für Gäste.  Viele erholsame Samstagnachmittage verbrachten die Freundinnen hier.
Mit der Zeit haben sich auch andere Gäste eingefunden, und es hat sich eine richtige verschworene Clique gebildet. Es gibt immer viel zu lachen während, nach den Saunagängen und dem Aufenthalt im Pool, weil fast jeder irgendwelche Geschichten erzählt, die in der vergangenen Woche erlebt wurden.
Ein wunderschöner Ausgleich für eine anstrengende Woche in 2 Berufen. So hält sie sich fit.
Die Sonntage gehören der gesamten Familie mit gemeinsamen Unternehmungen.
Da Sohnemann so langsam flügge wird, kann natürlich diese schöne Gemeinsamkeit bald ein Ende haben.  
An einem Samstag jedoch war alles anders. Nachdem der Haushalt auf Vordermann gebracht worden war, packte sie ihre Saunatasche und fuhr in das besagte Hotel. Sohnemann war beim Kickboxen und ihr Mann war mal wieder mit dem Rad unterwegs. Ihre Freundin erwartete sie schon ungeduldig und erzählte die Neuigkeiten der vergangenen Woche. Nach dem ersten Saunagang wurde sie jedoch sehr unruhig. Plötzlich war sie sehr nervös und sagte zu ihrer Freundin: „Ich weiß nicht, was mit mir ist, ich habe das Gefühl, sofort nach Hause zu müssen.“ Die Freundin hatte sie noch nie so erlebt und meinte, dass sie sich in etwas hineinsteigere, das wahrscheinlich gar nicht existiere. Kein gutes Zureden half, sie packte ihre Sachen und fuhr nach Hause. Ihr Herz klopfte bis zum Hals. Zitternd schloss sie die Eingangstür auf. Aber im Haus war alles ruhig, niemand hatte angerufen, es schien alles normal. Fast ärgerte sie sich, dass sie ihren geliebten Saunasamstag einfach so abrupt beendet hatte.
Sie beschloss, mit der Vorbereitung des Abendessens zu beginnen. Gerade war sie dabei,
eine Kartoffel zu schälen, als ihr Sohn mit dem Fahrrad um die Ecke brauste und sie rief.
Seine Stimme erschien ihr wie ein Hilfeschrei. Sie ließ die halb geschälte Kartoffel auf dem Küchentisch zurück und rannte zu ihm. Was sie sah, bereitete ihr einen großen Schreck.
Das Weiß des rechten Auges war schwarz.
„Was ist passiert?“, fragte sie. Ihr Sohn sagte, dass er mit seiner Deckung nicht aufgepasst und dass sein Partner ihm den großen Zeh  ins Auge getreten hätte. Sie fuhren sofort ins nahe gelegene Krankenhaus in die Augenklinik. Nach eingehender Untersuchung meinte der Augenarzt: „Das Auge ist schwer verletzt, ich werde alles Mögliche veranlassen, es zu retten. Ob aber eine hundertprozentige Sehfähigkeit wieder erreicht wird, ist fraglich.“ Ihr Sohn wurde stationär aufgenommen und nun war es an der Zeit, zu Hause anzurufen. Seit zwei Stunden war ihr Mann daheim. An der halb geschälten Kartoffel erkannte er, dass etwas passiert sein musste. Sofort rief er bei der Freundin an, doch diese konnte ihm nur sagen, dass seine Frau in großer Unruhe und Nervosität schon eine Stunde nach dem Eintreffen wieder nach Hause gefahren sei. Wie ein Tiger lief er im Zimmer hin und her und hoffte,
dass jeden Moment das Telefon klingeln würde. Warten war nie seine Stärke, Ungewissheit konnte er nicht ertragen.   
Wie kann eine Ehefrau ihrem Mann eine solche Botschaft telefonisch überbringen? Ihr war bewusst, dass ihr Mann bestimmt das Telefon seit geraumer Zeit wie hypnotisiert anstarrte. Die Bestätigung erhielt sie prompt, denn schon nach dem ersten Klingeln nahm er ab.
Sie hatte sich noch nicht gesammelt und trotzdem versuchte sie, so schonend wie möglich die Situation zu erklären: „Mach dir keine Gedanken, wir sind im Krankenhaus, Sohnemann wurde stationär aufgenommen, es ist nicht so schlimm, er hatte einen kleinen Unfall, sein Auge ist verletzt, pack bitte ein paar Sachen ... Schlafanzug, Zahnbürste, Zahnpasta, Morgenmantel, Handtücher, Seife und so weiter und komm in die Augenklinik, sechster Stock.“  
Nach 10 Minuten war er da, genauso durcheinander wie sie, sprach mit dem Arzt, sprach mit seinem Sohn. Sohnemann meinte jedoch, dass alles nicht so schlimm sei  und er wüsste,  dass kein Schaden zurückbleiben würde. Seine innere Stimme hätte ihn informiert.
Der Krankenhausaufenthalt sei für ihn ein Abenteuer. Endlich könnte auch er mitreden, weil er ja nun das Krankenhaus von innen kennenlernen würde. Er fühle sich mit Augenklappe wie ein Pirat und grinste.  
Beide dachten sie das gleiche, während sie sich anschauten: „Woher nimmt er nur dieses Gottvertrauen?“ Nach der Verabschiedung fuhren sie sorgenvoll nach Hause. Sie machten sich ihre Gedanken und baten Gott, er möge doch bitte das Auge und die Sehfähigkeit erhalten. Der Arzt hatte ihr nämlich nach der ersten Untersuchung gesagt:
„Wenn Sie eine halbe Stunde später gekommen wären, hätte ich das Auge nicht mehr retten können.“  Sie grübelte und grübelte. Wie war es möglich, dass sie rechtzeitig zur Stelle war? Es war ihr klar, dass ihr Sohn niemals allein ins Krankenhaus gefahren wäre. Wer hatte sie in diesen Zustand der Unruhe versetzt? Wer hatte ihrem Innern nur die eine Möglichkeit gelassen, nämlich sofort nach Hause zu fahren? War es die innige Verbindung des Sohnes zu ihr? Hatte er Signale ausgesendet, die sie empfangen hat und auch sofort befolgte, ohne eigentlich das Wesentliche zu wissen? Oder war es Gott? Oder war es sein Schutzengel?
Das Auge wurde gesund, die Sehfähigkeit war wieder fast hundertprozentig. Nach 14 Tagen kam Sohnemann nach Hause, strahlend meinte er:
„Ich habe es doch gewusst, dass mein Auge wieder heil wird. Während der Untersuchungen hatte ich die Vision, dass alles wieder gut wird, aber das habe ich euch doch gleich erzählt.“ Alle drei schickten ein Dankgebet zum Himmel.
Das ist Glück.


© Dorothee Sargon

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