Hallo Dorothee,

nachdem es bei deiner Lesung am letzten Sonntag so spät wurde, möchte ich heute das Interview nachholen.

Folgende Fragen habe ich an dich:

1. Dorothee, du hast erst spät mit dem Schreiben angefangen. Hat es dich nicht schon viel früher in den Fingern gejuckt? Und weshalb hast du den Schritt nicht schon früher gewagt?

Ans Schreiben habe ich nie gedacht, jedoch erzählte ich gern erlebte Geschichten aus meinem bunten, arbeitsreichen Leben. Ich merkte, dass meine Zuhörer mit der Zeit unersättlich wurden. Mit 55 Jahren sagte ich dann einmal scherzhaft: "Wenn ich pensioniert bin, werde ich ein Buch schreiben." Aber ich musste erst 68 Jahre alt werden und in den letzten unausgepackten Umzugskisten wühlen, in denen ich meine alten Tagebücher wieder fand, u. a. auch die über die ersten sechs Jahre meines Sohnes. Das Schreibfieber packte mich mit aller Macht, nun kann ich nicht mehr aufhören. In früheren Jahren hatte ich keine Zeit, arbeitete oft in 2 - 3 Berufen und lernte mit 47 Jahren noch den Beruf der Kosmetikerin. Täglich arbeite ich 6 Stunden als Sekretärin, nachmittags im eigenen Studio, oft bis Mitternacht als Kosmetikerin, übernahm die Massage-Abendkurse dieser Schule für 8 Jahre jeweils im Frühjahr und Herbst, 2 x wöchentlich für je 2 Monate im Jahr.

2. Was war der Grund, es dann doch zu versuchen?

Nachdem ich nach circa 40 Jahren die Aufzeichnungen über den Werdegang meines eigenwilligen Sohnes und die  eingeleiteten Erziehungsmaßnahmen gelesen hatte, war die Idee geboren, das Buch "Hier bin ich der Boss - oder!" zu schreiben, denn zwischen uns gab es einen täglichen Wettstreit, wer wohl der Boss im Hause ist. Noch bevor ich anfing, war der Titel in meinem Kopf.

"Ein Leben ist für mich nicht genug" und "Arbeitsleben ade! Rentnerleben okay?" schrieb ich in  3 Monaten.    

3. Worüber schreibst du?

Über Geschichten aus dem Leben, und ich finde, dass das Leben die besten Geschichten liefert. Ich schreibe Kinderbücher, die alle einen erzieherischen Wert haben, aber niemals mit erhobenem Zeigefinger,  Biografien, Reiseberichte (Mein Traum, Ayurveda in Indien), Romane und Erlebtes von Freunden, wie z. B. die Geschichte über Love- und Romance-Scamming, um Frauen zu warnen. Auch die Geschichte über den Smart habe ich selbst erlebt. Beide können auf meiner Homepage gelesen werden.

4. Woher holst du deine Inspiration?

Wenn ich ein Thema habe, kommt die Inspiration von allein beim Schreiben.

5. Wer darf deine Manuskripte als Erstes lesen?

Meine Freundin in Thüringen liest meine Geschichten zuerst. Sie ist es auch oft, die mir Anstöße gibt, über bestimmte Themen zu schreiben.

6. Was liest du privat?

Biografien, Romane, Gedichte

7. Hast du ein Lieblingsbuch oder einen Lieblingsautoren?

Ja, das Buch von Rose Kennedy, der Mutter der Kennedy-Kinder "Alles hat seine Zeit"

Das hat mich sehr beeindruckt.

8. Woran arbeitest du gerade?

Von Brummi gibt es noch 2 Folgen. In Folge 5 lernt er seine menschlichen Geschwister kennen. In Folge 6 will seine Mutter wieder heiraten und nach Berlin ziehen. Brummi will keine Patchworkfamilie und stellt wieder eine Menge an.

Ich schreibe außerdem an einem Roman aus dem Chattermilieu. Meine Protagonistin Katharina wird von Michael, einem 17 Jahre jüngeren Mann aus Australien, angeschrieben und sie chatten nun jeden Tag. Mit Hellsehen, Astralreisen, Leben nach dem Tod, Tonbandstimmenforschung usw. hat sich meine Protagonistin nie beschäftigt. Sie muss sich mit diesen Themen aus ganz bestimmten Gründen auseinandersetzen. Auch mit der Tatsache, dass immer mehr Menschen ihr Glück im Internet suchen. Michael gesteht ihr eines Tages, dass er sie liebt, aber Katharina glaubt mit ihren 55 Jahren nicht mehr an die Liebe. Ebenfalls eine fast wahre Geschichte.   

Ich hoffe, meine Fragen sind soweit o.k.

Ich melde mich, sobald ich das Interview von dir und Steffen auf meinem Blog veröffentlicht habe.

Herzliche Grüße aus Berlin

Conny Reichert

 

Musicfan

Danke für deinen Beitrag!

Ich war auch an diesem Tag im artgerecht anwesend und kann sagen es war ein seht Interessanter Nachmittag mit sehr schönen Lesungen. Von Dorothee Sargon war auch ich sehr beeindruckt und fasziniert. Auch ich bin durch ihre Art der Lesung auf ihre Werke sehr Neugierig geworden.

Was mich auch sehr beeindruckt hat, war die Tatsache, das alle Autoren ihr Honorar spontan gespendet haben zu Gunsten des vom Hochwasser betroffenen Kunsthofgohlis in Dresden.

Für mich war das auch ein wundervoller Nachmittag. Danke noch mal an Alle.

 

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